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Verbundenheit mit den Studenten im Kampf für eine Universität für alle

category italien / schweiz | bildungswesen | pressemitteilung author Monday December 06, 2010 09:50author by Federazione dei Comunisti Anarchici - FdCAauthor email internazionale at fdca dot it Report this post to the editors

Die Lage an Italiens Universitäten ist ein wenig untypisch, verglichen mit anderen Bereichen des öffentlichen Sektors, die sich allesamt aufgrund der Wirtschaftskrise und den jüngsten Handlungen der Regierung in großen Schwierigkeiten befinden. Schon seit Jahren mussten jene zusehen, wie ihnen Ressourcen und Personal genommen werden; ein Jahrzehnt von Reformen hat das Universitätssystem zugunsten der "Logik" des Neoliberalismus sowie der Prekarisierung von Wissenschaftlern und Lehrbeauftragten und zum Nachteil von Bildung und Forschung geschwächt. [Italiano] [English(Ausgangsartikel für die Übersetzung)]
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Verbundenheit mit den Studenten im Kampf für eine Universität für alle


Die Lage an Italiens Universitäten ist ein wenig untypisch, verglichen mit anderen Bereichen des öffentlichen Sektors, die sich allesamt aufgrund der Wirtschaftskrise und den jüngsten Handlungen der Regierung in großen Schwierigkeiten befinden. Schon seit Jahren mussten jene zusehen, wie ihnen Ressourcen und Personal genommen werden; ein Jahrzehnt von Reformen hat das Universitätssystem zugunsten der "Logik" des Neoliberalismus sowie der Prekarisierung von Wissenschaftlern und Lehrbeauftragten und zum Nachteil von Bildung und Forschung geschwächt.

Doch während all dieser Jahre gab es weder eine gemeinsame Antwort von Lehrbeauftragten, Wissenschaftlern, Gelegenheitsarbeitern und Verwaltungspersonal noch von Seiten der Studenten selbst. Jetzt jedoch, da das neue die Universitäten betreffende Gesetz verabschiedet werden soll - ein Gesetz, welches den Niedergang und die absolute Unterstellung der Hochschulen unter die "Logik" des Kapitalismus besiegelt - haben sich die Studenten dazu entschlossen, den Kampf erneut aufzunehmen.

Die größten [zu bekämpfenden] Gefahren der momentanen Situation, welche aufgrund von Budgetproblemen ohnehin eine gefährliche ist, sind:
  1. eine Reduzierung des FFOO ("Fondo di finanziamento ordinario", zu deutsch: "Ordinärer Finanzierungsfonds", die Hauptquelle der staatlichen Finanzierung für Universitäten)
  2. ein Antrag für die Bestimmung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ohne Berücksichtigung von Ausnahmen oder der Komplexität des gesamten Systems
  3. ausgeweitete Förderung von "Öffentlich-Privaten Partnerschaften", welche Anreize für private Intervention in die Entscheidungsfindung liefern
  4. eine Einstellungsblockade gegenüber Lehr- und Verwaltungspersonal
  5. die Blockierung von angehenden Mitarbeitern, welche sich bereits Arbeitsplätze gesichert hatten
  6. Reduzierung des Personals via Zwangsruhestand
  7. geringere Investitionen in Forschungsausbildungen (Doktorate, Forschungsstipendien)
  8. keine Verlängerung der bestehenden Verträge von Lehrpersonal, Gelegenheitsarbeitern und Verwaltungskräften
  9. "Outsourcing" von institutionellen Diensten als Konsequenz der Blockierung von Verträgen geringer Laufzeit sowie die drastische Verringerung der Anzahl an Gelegenheitsarbeitern
  10. Prekarisierung von Wissenschaftlern über die Abschaffung von Vollzeitbeschäftigung für jene und die Schaffung von Wissenschaftlern mit befristeten Verträgen (3 Jahre, einmalig verlängerbar), größerer Arbeitslast und geringerem Einkommen; totale Unterstellung von Wissenschaftlern unter unkündbare Professoren.
Sollte dieses Gesetz verabschiedet werden, wird es mit der Zerstörung der italienischen Universitäten enden, womit gemeint ist:
  1. Abschaffung des Rechts auf ein Universitätsstudium, da der Zugang nur einigen wenigen gewährt wird
  2. eine fortgesetzte Verringerung der Qualität von Lehre und Forschung
  3. erhöhte Hierarchisierung sowie Unterstellung von Lehr- und Forschungskräften unter die Sektoren
  4. fortgesetzte Zunahme der Macht von unkündbaren Professoren
  5. erhöhte Hierarchisierung zwischen natur- und geisteswissenschaftlichen Forschungsgebieten
  6. fortschreitende Unterstellung der Forschung unter Machtgruppen und Ziele des Kapitalismus
  7. erhöhte staatliche Unterstützung für private Universitäten, welche oftmals in den Händen religiöser Gruppierungen oder nur online verfügbar sind, also ohne jegliche Kontrolle durch staatliche Strukturen.
Diesem Szenario muss mit Geschlossenheit im Kampfe gegen Minister Gelminis Reformen begegnet werden. Dies kann weder auf eine schlichte Ablehnung des Gesetzes noch auf den Protest gegen momentane Arbeitsverhältnisse beschränkt sein. Den Bedürfnissen der zahlreichen machtlosen Elemente innerhalb der Universitätsstruktur (Studenten, Gelegenheitsarbeiter, Wissenschaftler mit befristeten Verträgen) muss durch eine Wiederbelebung von "konfliktreichem Syndikalismus" innerhalb der Universitätsadministrationen Gehör verschafft werden, sodass die einzige antiautoritäre Zielvorstellung, welche in einer Struktur wie der von Universitäten möglich ist, erreicht werden kann - in anderen Worten geht es um die fortlaufende Reduzierung der Macht von unkündbaren Professoren. [Anm. des Übersetzers: Die Bedeutung des letzten Satzes ist auch mir nicht ganz klar...]

Verbundenheit mit den Studenten im Kampf für die sofortige Zurücknahme von Gelminis Verordnung!

Federazione dei Comunisti Anarchici

29. November 2010

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